Auktionen im Jahr 2016

 

Zwischen den Monaten Mai und November ist die Zeit für Uhrensammler immer etwas langweilig. Keine wichtigen Auktionen, bis auf 'Furtwangen', keine großen Messen...alles sehnt sich nach den schweren Katalogen, die ab Anfang Oktober wieder vor den Haustüren liegen, da sie für den Briefkasten zu dick sind... ein kleiner, schmaler Katalog fand jedoch leicht Platz im Briefkasten mit einer richtigen Überraschung. Im September bot Henrys wohl eine der wichtigsten Glashütter Uhren überhaupt an. Das Graff-Tourbillon von A. Lange & Söhne. Wieso man gerade ein derart international unbedeutendes Haus dafür auswählte, das ihm dann leider auch im Katalog kein würdiges 'Umfeld' zugestand (mit tollen Bildern, Texten, Historie der Uhr, weitere hochwertige Uhren) bleibt mir ein Rätsel. Schade! Nachdem das Tourbillon 1991 auf einer legendären Auktion für damals historische 1,2 Mio DM versteigerte wurde kam es also 25 Jahre später wieder auf den Markt. Mit einem Aufrufpreis von 300,000 Euro war es zunächst eher verhalten ruhig, bis sich dann kurz vor dem Zuschlag eine Hand hob und der Preis nach langem Gefecht (da die 10% Sprünge des Auktionators nicht akzeptiert wurden) nach oben getrieben wurde. Am Ende hielt ein Sammler im Auktionssaal (neben Teppichen und Möbeln) den Arm am längsten oben und erhielt bei 440.000 Euro den finalen Zuschlag. Für den Einlieferer (der auch 1991 die Uhr erstand) nicht gerade ein gutes Geschäft aber er konnte sich zumindest 25 Jahre an einem Unikat erfreuen, das ihm sehr sehr viele Sammler neideten.

In Hamburg war es seitens Glashütter Uhren im November sehr ruhig und auch ein (bisher noch) Nischen-Auktionshaus im Internet konnte keine hochwertigen Glashütter Taschenuhren anbieten. Um so verwunderte war man da, als Mitte Oktober die ersten Katalog-Informationen für die Frankfurter Auktion im Internet zu sehen waren. Letztendlich fanden sich über 70 Glashütter Uhren in der Auktion, die am zweiten November-Wochenende am Flughafen stattfand.

Der Saal war gefüllt wie selten zuvor (mit Uhren und Bietern) und das Interesse sehr groß. Nicht zuletzt, da die Auktion auch die Stücke einer Museums-Auflösung beinhaltete. Das Angebot war sehr breit gefächert...von Lange über Union aber auch Assmann, Gläser, Grossmann und Dürstein...von Taschenuhren über Armbanduhren bis hin zu Präzisions-Pendelhren und Militäruhren. Hier war für jedes Sammlergebiet etwas dabei. Die Ergebnisse waren solide und führten den Preis-Trend für nicht komplizierte Taschenuhren weiter fort. Bis auf eine Fliegerarmbanduhr, die zu 9.600 Euro versteigert wurden, gab es nach oben und unten keine Überraschungen. Bei Komplikationsuhren zeigte sich die Bieterbereitschaft eher etwas verhalten. Die Preisvorstellungen für Uhren mit Schlagwerkfunktionen waren für Anbieter und Ersteigerer wohl zu groß, so dass auch in Frankfurt keine Repetitionsuhr zugeschlagen wurde. Für den Sammler, der sich bald auch einmal eine solche Uhr zulegen will, bietet sich dann bald wohl die Gelegenheit sich ernsthaft umzusehen. Die Frage ist nur, ob die Einlieferer bereit sind etwaige Verluste zum eigenen Ankaufspreis in Kauf zu nehmen. Es bleibt spannend.


Hier nun die ‚Hammer‘-Ergebnisse der letzten Frankfurter Auktion ohne Aufgeld / etwaiger zusätzlicher MwSt (alles natürlich 'ohne Gewähr'):

Lot Nr. 1: 2.300 €; Lot Nr. 2: 1.400 €; Lot Nr. 3: 800 €; Lot Nr. 4: 4.400 €; Lot Nr. 5: 1.600 €; Lot Nr. 6: 3.600 €; Lot Nr. 7: 1.450 €; Lot Nr. 8: 1.700 €; Lot Nr. 9:  1.85ß €; Lot Nr. 10: 4.100; Lot Nr. 11: 2.400; Lot Nr. 12: 5.700; Lot Nr. 13: 4.100 €; Lot Nr. 14: 2.300 €; Lot Nr. 15: 17.300 €; Lot Nr. 16: 10.000 €; Lot Nr. 17: 14.000 € u.V.; Lot Nr. 18: 5.500 €; Lot Nr. 19: 6.000 €; Lot Nr. 20: 2.600 €; Lot Nr. 21: 4.600; Lot Nr. 22: 23.000 €; Lot Nr. 23: 12.000 €; Lot Nr. 24: 5.000 €; Lot Nr. 25: 1.000 €; Lot Nr. 26: kein Gebot; Lot Nr. 27: kein Gebot; Lot Nr. 28: 10.000 €; Lot Nr. 29: kein Gebot; Lot Nr. 30: kein Gebot; Lot Nr. 31: 5900 €; Lot Nr. 32: 2.000 €; Lot Nr. 33: 10.000 €; Lot Nr. 34: 9.000 €; Lot Nr. 35: 16.000 €; Lot Nr. 36: kein Gebot; Lot Nr. 37: 2.2100 € u.V.; Lot Nr. 38: kein Gebot, Lot Nr. 39: 3.000 €; Lot Nr. 40: 7.000 €; Lot Nr. 41: 4.800 €; Lot Nr. 42: 5.000 €; Lot Nr. 43: 7.000 € u.V.; Lot Nr. 44: 6.500 €; Lot Nr. 45: 5.000 €; Lot Nr. 46: 3.100 €; Lot Nr. 47: 13.000 €; Lot Nr. 48: 15.500 €; Lot Nr. 49:  12.000 €; Lot Nr. 50: 9.500; Lot Nr. 51: 6.000; Lot Nr. 52: 28.000; Lot Nr. 53: 4.000 €; Lot Nr. 54: 2.700 €; Lot Nr. 55: 4.100 €; Lot Nr. 56: 8.900 €; Lot Nr. 57: kein Gebot.; Lot Nr. 58: kein Gebot; Lot Nr. 59: 3.200 €; Lot Nr. 60: 2.600 €; Lot Nr. 61: 2.800; Lot Nr. 62: 1.000 €; Lot Nr. 63: 600 €; Lot Nr. 64: 5.500 €; Lot Nr. 65: 8.200 €; Lot Nr. 66: 7.500 €; Lot Nr. 67: 5.300 €; Lot Nr. 68: kein Gebot; Lot Nr. 69: kein Gebot; Lot Nr. 70: 22.000 €; Lot Nr. 71: 22.400 €; Lot Nr. 72: 86.000 €; Lot Nr. 73: 33.000 €; Lot Nr. 74: kein Gebot; Lot Nr. 75: 240.000 €; Lot Nr. 657: 9.600 €



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Kommentar zu den Frühlingsauktionen 2016:




‚Hamburg‘, ‚Frankfurt‘ und ‚Glashütte‘…..das waren an den letzten drei Wochenenden die Hotspots der Glashütter Uhrensammler. Mit ‚etwas‘ Kleingeld in der Tasche hätte man an diesen drei Orten eine höchstwertige Sammlung aufbauen bzw. komplettieren können. Von ‚normalen‘ Uhren …bis hin zu wirklich seltenen komplizierten Uhren in Hamburg und Frankfurt (Repetitionen, Chronometer, Halbsekunden-Chronometer, Fleischauer...), perfekte Sammlerstücke (Grossmann / Lange Uhr in Hamburg) und Prunkuhren (Prof. Graff Uhr in Glashütte)….in so kurzer Zeit und zu solchen Preisen hatte ich in derartige Qualität selten erlebt. Selbst für die technik-interessierten Sammler gab es Highlights in Glashütte. Der Glashütte-Experte und - Sammler überhaupt zeigte dort verschiedene Stücke aus seiner Sammlung, die man hätte erstehen können. Sehr frühe Uhren von A. Lange Dresden, technische Weiterentwicklungen, Prunkuhren von Assmann…immer mehr entwickelt sich die ‚Glashütter Uhrenbörse‘ zu einem Treffpunkt von Uhrenliebhaber, auf dem man Sammlerqualitäten ohne Auktionsaufschläge erstehen kann. Das zusätzliche Rahmenprogramm am Museum und die beschauliche Umgebung Glashüttes, ließen aus einer ‚Börse‘ ein attraktives Familien-Ausflugsziel werden. Direkte Nähe zu Dresden, sächsische Schweiz, preiswerte und gute Hotel ….nächstes Jahr sollten Sie mal über einen Besuch nachdenken :-)


Etwas Schade fand ich lediglich die Tatsache, dass nicht nur Glashütter Uhren präsentiert wurden, sondern vom Veranstalter ausdrücklich alle Fabrikate gewünscht wurden.

 

Ok…wie waren denn nun die einzelnen Ergebnisse in den Auktionen? Prinzipiell….die ‚normalen‘, klassischen Uhren (einschließlich Repetitionsuhren) liefen in Hamburg und Frankfurt zu den üblichen guten Preisen. Mittlerweile scheint es mir, dass einige Händler in Auktionshäuser die Uhren aufkaufen und dann in’s Internet (zum doppelten Preis) stellen. Dort fristen sie dann teilweise mehrere Jahre ihr Dasein...immer gemäß dem Motto ‘jeden Morgen steht ein anderer Dumme auf’

 

Hier nun die ‚Hammer‘-Ergebnisse der letzten Frankfurter Auktion (die Hamburger Auktions-Ergebnisse sind auf deren Homepage vermerkt) ohne Aufgeld / etwaiger zusätzlicher MwSt (alles natürlich 'ohne Gewähr'):

Lot Nr. 1: 2.600 €; Lot Nr. 2: 3.200 €; Lot Nr. 3: 3.100 €; Lot Nr. 4: 4.500 €; Lot Nr. 5: kein Gebot; Lot Nr. 6: 5.500 €; Lot Nr. 7: 2.400 €; Lot Nr. 8: 2.600 €; Lot Nr. 9: kein Gebot; Lot Nr. 10: 4.500; Lot Nr. 11: 2.700; Lot Nr. 12: 6.400; Lot Nr. 13: 5.700 €; Lot Nr. 14: 7.700 €; Lot Nr. 15: 10.000 €; Lot Nr. 16: 8.600 €; Lot Nr. 17: 100.000 €; Lot Nr. 18: 20.000 €; Lot Nr. 19: 65.000 €; Lot Nr. 20: 10.000 €; Lot Nr. 21: 10.000; Lot Nr. 22: kein Gebot; Lot Nr. 23: 13.500 €; Lot Nr. 24: 12.500 €; Lot Nr. 25: 6.500 €; Lot Nr. 26: kein Gebot; Lot Nr. 27: kein Gebot; Lot Nr. 28: 14.000 €; Lot Nr. 29: 17.000 €; Lot Nr. 30: 59.000 €; Lot Nr. 31: 70.000 €; Lot Nr. 32: 11.500 €; Lot Nr. 33: kein Gebot; Lot Nr. 34: 13.000 €; Lot Nr. 35: 2.500 €; Lot Nr. 36: 3.000 €; Lot Nr. 37: 1.100 €; Lot Nr. 38: 2.900 €, Lot Nr. 39: 3.800 €; Lot Nr. 40: 5.000 €; Lot Nr. 41: 4.400 €; Lot Nr. 42: 13.500 €; Lot Nr. 43: 9.000 €; Lot Nr. 44: 9.500 €; Lot Nr. 45: 75.000 €; Lot Nr. 364: 600 €